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VERA-Daten sind kein Pranger: Warum der AfD-Antrag Schulen schadet statt Transparenz schafft

Der Antrag der AfD-Fraktion wird als Beitrag zu mehr Transparenz dargestellt. Tatsächlich läuft er darauf hinaus, Schulen öffentlich an den Pranger zu stellen. Die VERA-Vergleichsarbeiten wurden bundesweit als diagnostisches Instrument eingeführt. Ihr Zweck ist klar: Lehrkräfte sollen erkennen, wo Schüler*innen Unterstützung brauchen und wie Unterricht gezielt verbessert werden kann.

Es geht um pädagogische Weiterentwicklung – nicht um öffentliche Bewertung.

Genau deshalb sind VERA-Ergebnisse kein Ranking-Instrument. Eine schulscharfe Veröffentlichung würde zwangsläufig Ranglisten erzeugen und Schulen miteinander vergleichen, ohne ihre unterschiedlichen Ausgangsbedingungen zu berücksichtigen. Dabei ist Transparenz längst vorhanden. Mit dem Schulsozialindex zeigt Nordrhein-Westfalen offen, unter welchen sozialen Bedingungen Schulen arbeiten. Dieser Kontext ist entscheidend – und wird im AfD-Antrag komplett ausgeblendet.

Ohne Einordnung entstehen verzerrte Bilder, in denen Schulen in herausfordernden Lagen schnell als „schlecht“ gelten, obwohl sie oft besonders engagierte Arbeit leisten. Auch der Blick in andere Bundesländer widerspricht der AfD-Argumentation: VERA-Ergebnisse werden dort überwiegend intern genutzt oder höchstens stark zusammengefasst veröffentlicht, gerade weil sie der Schulentwicklung dienen sollen.

Der AfD-Antrag bewirkt daher nicht mehr Qualität, sondern mehr Druck, mehr Stigmatisierung und weniger ehrliche Analyse. Schulen brauchen geschützte Räume, um ihre Ergebnisse auszuwerten und daraus Konsequenzen zu ziehen. Wer Bildung ernsthaft verbessern will, investiert in Personal, Ausstattung und gezielte Unterstützung – und nicht in öffentliche Rankings.

Für uns als SPD-Landesfraktion ist klar: VERA ist ein Instrument zur Förderung, nicht zur Bloßstellung. Schüler*innen sind keine Munition für politische Kampagnen. Deshalb lehnen wir diesen Antrag entschieden ab.

Meine Rede zu diesem Antrag findet ihr in diesem Video:

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